EHC Arosa
Seit 1924
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NEWS

Spielbericht EHC Arosa 6:2 Pikes EHC Oberthurgau

6 : 2
2:0 3:2 1:0

Di 12.02.19 | 20:00

Sport- und Kongresszentrum Arosa

740 Zuschauer

Link Game Center Swiss Ice Hockey

EHC Arosa Playoff-Start: "Wenn das Feuer lodert!"

6:2 zum Auftakt der Viertelfinalserie gegen die Pikes Oberthurgau - Der EHC Arosa bringt die Playoff-Flammen von Beginn weg wunderbar zum züngeln. Trotz dem glänzenden zweiten Rang nach der Qualifikation - dem besten Abschneiden seit 29 Jahren - ist das Entfachen des Playoff-Feuers ein Akt des Ungewissen. Ein Wildnis-Experte erklärt, wie's der EHC Arosa gepackt hat.


Auch als Zweitplatzierter und mit gelungener Hauptprobe drei Tage zuvor gegen den gleichen Gegner, hat der EHC Arosa keinerlei Garantie, dass er gegen die Oberthurgauer Hechte erfolgreich in die Playoffs startet. Durch die grossmehrheitlich erfreulich gut erzielten Resultate in der Qualifikation haben die Aroser zwar das Rezept zum Siegen, was allerdings noch lange kein Persilschein zum Erfolg ist.

Feuer machen kann in der Wildnis überlebenswichtig sein. Es spendet Wärme, ist sinnvoll zum Abkochen von Wasser und eignet sich zum Grillieren der frisch gefangenen Forelle. Auch als romantisch knisterndes Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel macht es so einiges her. Gleiches gilt für den Start in die Playoffs. Mit Volldampf und vor allem erfolgreich in die entscheidende Meisterschaftsphase zu starten kann überlebenswichtig sein. Es gibt Sicherheit, beruhigt die Nerven und eignet sich zum Verunsichern des eben bezwungenen Gegners. Auch als stimmungsförderndes, euphorisierendes Element unter den leidenschaftlichen Fans macht es so einiges her.


"In jedem Fall ist es wichtig", fährt der Wildnis-Experte fort, "dass Ihr wisst, wie Ihr richtig Feuer machen könnt, ohne daran zu verzweifeln oder aus Versehen den ganzen Wald in Brand zu stecken. Denn der Umgang mit einem offenen Feuer ist nicht „ohne“. Als spräche da EHC Arosa-Trainer Marc Haueter... "In jedem Fall ist es wichtig, dass Ihr wisst, wie die Emotionen und den Tatendrang richtig auszuleben sind, ohne daran zu zerbrechen oder aus Übermotivation den ganzen Match zu versenken. Denn der Umgang mit einem heissen Gegenüber ist nicht "ohne".
Die Erfahrungen vom Wildnis-Experten aufgezeichnet, verraten wir Euch sechs Tricks und Kniffe, damit im Ernstfall mit dem Feuer machen nichts schiefgehen kann und stellen zugleich fest, dass das EHC Arosa Playoff-Startmatch manche Ähnlichkeiten aufweist:

1. Die richtige Feuerstelle / Die richtige Taktik
Wählt die Feuerstelle am besten so, dass sich in einem Raum mit einem Radius von mindestens drei Metern (auch in die Höhe) keine leicht brennbaren Materialien befinden und achtet darauf, dass der Boden an dieser Stelle feuerfest und nicht zu locker ist.
Der EHC Arosa wählt an diesem Dienstagabend eine Vorgehensweise, dass er sich auf dem Spielfeld von 60x30 Metern gewohnt zurecht findet und achtet darauf, dass die Taktik von allen verstanden und entsprechend umgesetzt werden kann.


2. Die Vorbereitung beim Feuer machen / Die Möglichkeiten zum zuschlagen
Um ein Feuer zu entzünden, benötigt Ihr irgend etwas, mit dem Ihr die erste Glut oder die erste Flamme entfachen könnt. Hier gibt es unterschiedlichste Methoden und Hilfsmittel, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Um den Artikel nicht ausufern zu lassen, konzentrieren wir uns hier auf die Verwendung von Streichhölzern, die in jeder Überlebensausrüstung enthalten sind und die auch sonst leicht zu finden sind.
Der EHC Arosa zeigt von Beginn weg Schmackes und entfacht auf dem Eisfeld wie auf den Zuschauerrängen die erste Glut. Dazu wendet er unterschiedlichste Methoden und Hilfsmittel an, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Um den Artikel nicht ausufern zu lassen, konzentrieren wir uns hier auf die Umsetzung des erfolgreichen Powerplays. Gleich die ersten beiden Tore erzielen die Aroser in Überzahl, dazu auch noch das sehr beruhigende 5:1.


3. Die richtigen Brennmaterialien / Die richtigen Akteure
Damit ein Feuer richtig brennen kann, braucht es für jede Brennphase die passende Nahrung. Ihr braucht also zunächst Zundermaterial oder zumindest etwas, das sehr leicht brennt.
Die Aroser wollen das Match sofort zum brennen bringen und suchen die passenden Aktionen, kreiert durch Spieler, die die Playoffs aus dem Effeff kennen. Pepe Bigliel, Livio Roner und Nidal Agha, alle drei mit grosser Routine, erreichen die sofortige Playoff-Flughöhe.

4. Feuer machen: Von der ersten Glut zum ausgewachsenen Feuer / Vom ersten Schüsschen zum Siegestreffer
Die ersten Phasen des Feuers sind immer die kritischsten. Hier kann schlicht am meisten schiefgehen. Die Schanfigger wissen um den Gefahrenherd und sind sofort omnipräsent. Sobald die ersten Flammen in Eurer Pyramide brennen, müsst Ihr das Feuer anheizen. Damit es sich entwickeln kann, braucht es viel Sauerstoff. Pustet daher langsam und gleichmäßig in die Pyramide und zwar ebenfalls so weit unten wie möglich. Pustet mit gleichmäßigem Luftstrahl in die Glut, nicht in die Flammen. Was heisst das für unser erstes Playoff 1/4-Finalspiel? Gleich die ersten Szenen heizen richtig ein, Nando Jeyabalan bringt mit seinem Pfostenschuss das Pikes-Gehäuse früh zum glühen.
Zurück in den Wald: Achtet nun darauf, dass dickere Äste Feuer fangen. Korrigiert ihre Position dafür gegebenenfalls, damit sie genau in den Flammen stehen. Jetzt könnt Ihr auch damit beginnen, weiteres Holz um das Feuer aufzustellen, sodass es sich langsam vergrößert und immer genügend Nahrung zum Brennen hat..
Die Arosa-Coaches sorgen dafür, dass die "Vorneweg-Spieler" sofort Feuer fangen. Mit präzisen Anweisungen werden sie justiert und dann die Mitspieler mitgerissen. Das Feuer im EHC Arosa vergrössert sich nicht langsam, sondern in Windeseile. Zwischen dem 1:0 und dem 2:0 liegen lediglich 51 Sekunden. Vom 3:1 zum 4:1 dauert's gar nur 37 Sekündchen.


5. Das Feuer erhalten / Das Resultat nach Hause bringen
Wenn Ihr das Feuer auf eine sichere Größe „herangezüchtet“ habt, könnt Ihr Euch etwas entspannen. Es wird Euch nun nicht mehr so leicht ausgehen.
Die Schanfigger führen kurz nach Spielhälfte deutlich, der "herangezüchtete" Vorsprung beträgt vier Treffer. Die Mannschaft entspannt sich, der Sieg ist dem Team nicht mehr wirklich zu nehmen. Stürmer Jann Däscher setzt mit seinem Tor den Schlusspunkt - und dies in einer Phase, in der die Blaugelben längstens nicht mehr volltourig fahren müssen, sondern den Sparmodus für die kommenden Aufgaben eingeschaltet haben.

6. Sicher löschen und den Platz spurlos hinterlassen / Emotionen runterfahren und den Sieg vergessen lassen
Für das Löschen eines Feuers gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder Ihr entzieht dem Feuer Sauerstoff – oder die Nahrung. Bei der ersten Methode erstickt Ihr das Feuer mit Erde, Sand, einem nassen Tuch, Fell oder Teppich. Oder Ihr gießt einfach reichlich Wasser darüber, wobei es hier am sinnvollsten ist, das Wasser auf den Feuerfuß – also seitlich auf die Glut anstatt von oben auf die Flammen – zu gießen.

Da es in den Playoffs Schlag auf Schlag geht und die nächste Partie schon nach zweimal schlafen ansteht, gilt's das Erreichte sofort wegzulegen und die Festplatte aus Spiel 1 zu löschen. Entweder die Aroser Spieler schaffen dies von alleine, oder Trainer Haueter, der in fast zwei Jahrzehnten Profi-Eishockey, Unzähliges selbst erlebt und auch erreicht hat, macht dies. Aber bitte vielleicht nicht gerade mit einem nassen Tuch...


Bereits diesen Donnerstag steht das zweite Playoff 1/4-Finalspiel an. Der EHC Arosa hat dabei gegen die Pikes um 20 Uhr in Romanshorn anzutreten. Der EHC Arosa Fanclub Graubünden organisiert dazu eine Fanreise mit dem Car. Detaillierte Informationen zu den Abfahrtszeiten, Zustiegsmöglichkeiten und den Kosten bekommt man bei Fanclub-Präsident Quirin Wellinger (+41 79 224 23 88, q.wellinger@bluewin.ch).

Hopp Arosa!

Prallgefüllte StübliseiteJubel über das 2:0 von Livio RonerFabio, seit vielen Jahren als Helfer bei den EHC Arosa-Matches dabei - DankePepe Bigliel holt sich die Gratulationen nach seinem 4:1 ab.740 Zuschauer bilden eine tolle KulisseErfreuliches Schlussresultat nach dem ersten Playoff-1/4-Final-Spiel
EHC Arosa - Pikes EHC Oberthurgau 6:2 (2:0, 3:2, 1:0)
Sport- und Kongresszentrum, Arosa, 740 Zuschauer, Schiedsrichter Häusler; Halberstadt, Buff

Tore: 13. Bigliel (PP2, Jeyabalan, Pfranger) 1:0, 14. Roner (PP, Agha, Bandiera) 2:0, 28. Fischer (Spannring) 2:1, 32. Bruderer (Roner, Bandiera) 3:1, 33. Bigliel (Cola, Agha) 4:1, 37. Roner (PP, Hostettler, Agha) 5:1, 40. Malgin 5:2, 51. Däscher (Dünser) 6:2

Strafen EHC Arosa: 5x2 Minuten
Strafen Pikes EHC Oberthurgau: 10x2 Minuten

EHC Arosa: Witschi; Hostettler, Agha, Carevic, Klopfer, Dünser, Hoffmann, Allegri, Bandiera, Roner, Bruderer, Pfranger, Amstutz, Jeyabalan, Cola, Bigliel, Däscher, Weber, Roffler, Bossi

Pikes EHC Oberthurgau: Mathis; Stäheli, Maier, Spannring, Fischer, de Ruiter, Bonga-Bonga, Müller, Neher, Malici, Trüssel, Malgin, Seiler, Ungemach, Noser, Araujo, Germann

Bemerkungen: EHC Arosa ohne Gruber und Steiner (beide verletzt), Salerno (krank)
Playoff 1/4-Finals, 1. Runde:
EHC Wetzikon (1.) - HC Prättigau-Herrschaft (8.) 1:3 (0:1)
EHC AROSA (2.) - PIKES EHC OBERTHURGAU (7.) 6:2 (1:0)
EHC Frauenfeld (3.) - SC Herisau (6.) 3:6 (0:1)
GDT Bellinzona (4.) - EC Wil (5.) 5:3 (1:0)