EHC Arosa
Seit 1924
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NEWS

Spielbericht SC Lyss 1:2 EHC Arosa

1 : 2
0:0 1:1 0:1

Di 26.03.19 | 20:15

Sportzentrum Zuchwil SO

711 Zuschauer

Link Game Center Swiss Ice Hockey

Bandiera im und mit Wind: EHC Arosa-Fahne weht wieder - Jetzt auf der Lenzerheide

Alles ist in Zuchwil für den SC Lyss angerichtet, allen vor an auf einem Silbertablett die Medaillen für den eigentlich, so zumindest die Wahrnehmung im Seeland, designierten 1. Liga Schweizer Meister - Allerdings: La bandiera "schwenkt" ancora. Die EHC Arosa-Fahne. Und, nomen est omen, ausgerechnet Arosas Patrick Bandiera hält sie hoch. Die Aroser erspielen sich einen 2:1-Auswärtssieg beim Westmeister SC Lyss, verkürzen die Serie auf 1:2 und belohnen sich mit einem zweiten Final-Heimspiel. Dieses findet diesen Donnerstag im Schmuckkästchen "Dieschen" auf der Lenzerheide statt.


Nach 30 Minuten ballert Patrick Bandiera einem Lysser in die Beine. Statt, dass der Schuss in der Hoffnung abgelenkt und für SCL-Goalie Geissbühler unhaltbar wird, prallt er so ab, dass er eine direkte Einladung zum Konter ist. In Unterzahl enteilt Lennart Siegenthaler und bringt die Gastgeber 1:0 in Führung. Welch ein Schlag ins Gefühls-Epizentrum der Aroser. Da drücken die Schanfigger und erspielen sich, vor allem im ersten Drittel, eine stattliche Anzahl an ganz dicken Torchancen und geraten dennoch in Rückstand.

In diesem Moment muss mit dem sportlich Schlimmsten gerechnet werden: Dem Zusammensacken des EHC Arosa - als Folge von Verzweiflung ab den ausgelassenen Möglichkeiten und nun gar der Ohrflatter im Powerplay. Bandiera möchte man in diesem Moment einfach knuddeln und ihm zu verstehen geben: "Junge, alles gut, es ist noch nichts Entscheidendes passiert". Bandiera schaut in die Zuchwiler Welt hinaus, als hätte gerade die Aare das Eisfeld geflutet.


Die Flut zieht sehr schnell wieder ab und der EHC Arosa gelangt lediglich eine Minute später in ruhiges Gewässer. Noch läuft die Überzahlsituation, da gleicht Pierino Bigliel aus. Die Bandiera weht wieder, die Aroser Fahne. Und Patrick lächelt innerlich. Aufatmen.
In der Folge verläuft die Partie ausgeglichen. Die Schanfigger haben weiterhin gute Möglichkeiten, sorgen aber mit grausliger Unaufmerksamkeit in der Defensive auch für Herzstillstandmomente. Zwei weitere Lysser können, fernab von der Zivilsation, alleine aufs Aroser Gehäuse zufahren. Zum Glück haust dort aber noch Sven Witschi. Der Emmentaler zerzaust den allgemeinen Glauben, dass der lokale Käse löchrig ist. Famos, wie MrSuperserie die Abschlüsse kratzt und dem EHC Arosa die Chance auf den Sieg aufrecht hält.


Ausgerechnet ein Fast-Einheimischer, der nur wenige Kilometer vom Spielort entfernt aufgewachsen ist, und, weil er beim lokalen Club Zuchwil-Regio vor sieben Jahren im Tor stand, mit jedem Kubikzentimeter Eis vertraut ist, greift zwölf Minuten vor Schluss bös daneben. Mit diesem Lapsus bei einem scheinbar harmlosen Schüsschen, versemmelt er seiner Mannschaft vorerst den Schweizer Meistertitel vor Augen. Es ist das Leid des Torhüters. Sonst bisher ganz stark, nun das Tor.


Die Lysser werfen alles in die Waagschale und schmeissen nochmals mächtig Kohle in den Kessel, Der EHC Arosa allerdings kann den Ausgleich - zweimal bei einem Stangentreffer - auch mit notwendigem Glück, verhindern. Und so weht sie wieder die Fahne, la Bandiera. Patrick Bandiera ist es, dem der Siegestreffer gelingt. 2:1. Und wieder möchte man "Bandi" knuddeln. "Siehste, Junge, alles gut."

200 Aroser Fans singen und tanzen und jubeln und sind sofort schon ganz nervös, ob sie echt ein Plätzchen im Heidner Stadiönli finden werden. Am Donnerstag trägt der EHC Arosa sein zweites Finalheimspiel auf der Lenzerheide aus. Die Heimat des Partnerclubs EHC Lenzerheide-Valbella, der dem EHC Arosa auf Grund seines besetzten Stadions Exil bietet, lässt eine maximale Zuschauerzahl von 1500 Fans zu. 900 Tickets kommen in den Verkauf, das Restkontingent ist reserviert für EHC Arosa-Gönnervereinigungsmitglieder, Sponsoren und Saisonkarteninhaber. Der EHC Arosa informiert im Verlauf des Mittwochvormittags über den Ticketverkauf.

Hopp Arosa!
Die beiden Mannschaften während der Schweizer Nationalhymne.Tooor, EHC Arosa! (© Foto: Sandro Stutz/sast-photos)EHC Arosa-Stürmer Nando Jeyabalan spielt, obwohl unter Druck, einen prima Pass. (© Foto: Sandro Stutz/sast-photos)Blick aus der Aroser FankurveGleich zieht EHC Arosa-Topcorer Ramon Pfranger voll ab. (© Foto: Sandro Stutz/sast-photos)Der Dank der Aroser an seine grossartigen Fans (© Foto: Sandro Stutz/sast-photos)
SC Lyss - EHC Arosa 1:2 (0:0, 1:1, 0:1) Sportzentrum, Zuchwil 711 Zuschauer, Schiedsrichter Dumoulin; Binnebeek, Micheli-Jeannet

Tore: 30. Siegenthaler (SH) 1:0, 31. Bigliel (PP) 1:1, 48. Bandiera (Jeyabalan) 1:2

Strafen SC Lyss: 6x2 Minuten Strafen EHC Arosa: 3x2 Minuten 

SC Lyss: Geissbühler; Aeschlimann, Schöni, Lüthi, Leu, Schmid, Graf, Struchen, Wyss, Von Dach, Balsiger, Inniger, Gerber, Müller, Leuenberger, Kohler, Minder, Mattioni, Hagi, Siegenthaler, Blatter

EHC Arosa: Witschi; Agha, Hostettler, Hoffmann, Klopfer, Hoffmann, Dünser, Salerno, Carevic, Bossi, Bruderer, Roner, Tosio, Jeyabalan, Amstutz, Pfranger, Bandiera, Bigliel, Cola, Däscher, Weber, Roffler

Bemerkungen: EHC Arosa ohne Gruber (Saisonende) und Allegri (überzählig)
Schweizer Meisterschaft 1. Liga, Final, 3. Runde:
SC LYSS (Westmeister) - EHC AROSA (Ostmeister) 1:2 (2:1)